Video
Was ist der FERMAN? Projektarbeit zum Genozid an den Ezid_innen
Am 03. August 2014 überfielen Kämpfer der Terrormiliz „Islamischer Staat“ die Siedlungsgebiete der Ezid_innen in der Provinz Shingal im Nordirak. Dies war der Beginn des jüngsten Genozids an der ethno-religiösen Gemeinschaft.Im Projekt FERMAN, benannt nach der ezidischen Bezeichnung für den Genozid, sammeln wir Informationen zu dem Völkermord. So möchten wir zum einen die Geschichten Betroffener sichtbar machen und Zugänge schaffen. Zum anderen verfolgen wir einen globalen Ansatz und möchten dazu beitragen, die Ursachen von Völkermorden besser zu verstehen. Im Video kommen eine Überlebende sowie Mitarbeiterinnen des Projektes FERMAN zu Wort. Sie informieren über den Genozid und stellen die Projektarbeit vor.
Wunschbäume und Menschenrechte
Wunschbäume gibt es in vielen Religionen und Kulturen. Bei Ezid_innen stehen Wunschbäume in den traditionellen Heimatregionen im Nordirak, Nord-Syrien und in der Südost-Türkei an für sie heiligen Orten, die historische Erinnerungsorte darstellen. Den Wunschbäumen werden besondere Wirkungskräfte nachgesagt. Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember greift das Projekt FERMAN mit Kooperationspartner_innen den Wunschbaum als Thema auf. Mit Schüler_innen sprechen sie über Wunschbäume, Menschenrechte und diverse Erinnerungskultur.
Podcast – Let's talk about Ferman
Der Podcast "Let's talk about FERMAN" ist Teil des Projekts FERMAN der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und des Vereins Women for Justice e.V. Das Bildungs- und Dokumentationsprojekt widmet sich dem anhaltenden Völkermord an der ethno-religiösen Gemeinschaft der Ezid_innen im Nordirak. Er begann am 3. August 2014 und wurde durch den selbsternannten Islamischen Staat verübt.
Im Podcast blicken wir gemeinsam mit Expert_innen und Aktivist_innen multiperspektivisch auf spannende Themen rund um Befreiung, Weiterleben, Täter_innenschaft und Minderheiten in Deutschland. Hierbei nehmen wir nicht nur Bezug auf den Völkermord an den Ezid_innen, sondern rücken eine globale Perspektive auf Massenverbrechen in den Fokus.
Das Projekt FERMAN wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, die Stiftung Niedersachsen sowie die Lotto-Sport-Stiftung.
Folge 1
Was bedeutet Befreiung
Was bedeutet Befreiung? Ist sie als ein Zustand der Abwesenheit von Not und Zwängen zu begreifen oder markiert sie nicht vielmehr einen Prozess hin zu einer politischen Stimme, die gehört und an die letztlich auch erinnert wird? Anlässlich der Gedenktage zum Tag der Befreiung am 8. Mai, dem African Liberation Day am 25. Mai und dem Tag der Befreiung der Region Shingal am 25. Mai hat Dr. Leyla Ferman, Politologin und Leiterin des Projekts FERMAN, mit Katja Seybold und „Eby“ Bakari Tangara über die Begriffe Befreiung und Freiheit gesprochen. Die Historikerin der Gedenkstätte Bergen-Belsen und der Vorsitzende des Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e.V. beleuchten die Begriffe vor dem Hintergrund unterschiedlicher historischer Kontexte. Deutlich wird: Befreiung ist mehr als ein (historischer) Akt, sondern ein Prozess.
Expert_innen: Dr. Leyla Ferman, Projekt FERMAN Katja Seybold, Gedenkstätte Bergen-Belsen „Eby“ Bakari Tangara, Afrikanischer Dachverband Norddeutschland e.V. Aufnahme: Evgenij Ussach Foto: Evgenij Ussach Schnitt: Silvia Rathmann, Isabell Leverenz Musik: Mit gemafreier Musik von https://www.frametraxx.de
Folge 2
Täterschaft im "Islamischen Staat"
Der zweite Podcast der Reihe „Let's talk about FERMAN“ beschäftigt sich mit dem Thema „Täterschaft im "Islamischen Staat“ - Deutsche im IS und Aufarbeitung des Terrors". Über 1.000 Deutsche haben sich dem Islamischen Staat angeschlossen und sind dafür nach Syrien und Irak gereist. Deutschland ist das erste Land, das den Völkermord als solchen rechtlich anerkannt hat und gilt im internationalen Vergleich als besonders aktiv bei der rechtlichen Verfolgung von IS-Straftäterinnen, zu denen auch Rückkekherinnen gehören. Was bedeuten diese Tatsachen für uns in Deutschland? Im Gespräch sind dazu Dr. Leyla Ferman, Projektleiterin von FERMAN, mit den beiden Experten Kaan Orhon (Mitarbeiter des Vereins "Grüner Vogel", ein Hilfsangebot für Angehörige religiös radikalisierter Personen und Aussteiger aus dem Islamismus und Vorstandsmitglied der Menschenrechtsorganisation "Gesellschaft für bedrohte Völker") und Prof. Dr. Manuel Brunner (Professor für Eingriffsrecht und Staatsrecht an der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Experte für Völkerrecht).
Expert_innen: Dr. Leyla Ferman, Projekt FERMAN Kaan Orhon, Grüner Vogel, Gesellschaft für bedrohte Völker, Manuel Brunner, Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen Aufnahme: Projekt FERMAN Foto: Projekt FERMAN Schnitt: Silvia Rathmann Musik: Mit gemafreier Musik von https://www.frametraxx.de
Audiowalk – Here I am

Here I am – Ezid_innen in Celle (Audiowalk)
In dem Audiowalk „Hear I am“ geht es um die Ezid_innen in Celle. Er soll einen ersten Einblick in ihre Erinnerungskultur, Geschichte, ihre Religion, ihre Kultur und ihr Leben in Celle geben und Themen aufgreifen, die nicht nur die Ezid_innen bewegen. Hierfür gibt es einzelne Stationen in der Celler Innenstadt, die die verschiedensten Themen aufgreifen. Diese müssen nicht in der vorgegebenen Reihenfolge besucht werden, sondern können auch einzeln oder in Kombination mit weiteren Stationen angehört werden. Je nach Interesse, Themenschwerpunkt oder zeitlichem Rahmen.